In den dynamischen Disziplinen müssen die Fahrzeuge die Praxistauglichkeit der studentischen Konstruktionen auf der Rennstrecke unter Beweis stellen. Die Disziplinen erfordern dabei unterschiedliche Eigenschaften. Bei jeder Disziplin starten zwei Fahrer mit je zwei Versuchen (bis auf den Endurance). Gewertet wird der beste Versuch als das Optimum, das das Fahrzeug erzielen kann.

Acceleration

Auf einer 75 Meter langen Geraden müssen die Rennwagen beweisen, wie schnell sie aus dem Stand beschleunigen können. Die Besten bewältigen die Strecke in unter vier Sekunden.

Maximale Punktzahl: 75 Punkte

Skid Pad

Die selbstgebauten Rennwagen durchfahren einen Parcours in Form einer Acht. Jeder Kreis wird zweimal nacheinander umrundet, gestoppt wird jeweils die zweite Runde. Eine gute Rundenzeit zeigt, welche Querbeschleu-nigung das Fahrzeug erreichen kann. Diese kann bis zu 1,4 g betragen.

Maximale Punktzahl: 75 Punkte

Autocross

Über eine etwa ein Kilometer lange Runde fahren die Monoposti durch Geraden, Kurven und Schikanen. Eine schnelle Rundenzeit ist Indikator für eine gute Fahrdynamik, gute Handling- und Beschleunigungseigenschaften. Die Platzierung im Autocross entscheidet zudem über die Startreihenfolge im Endurance.

Maximale Punktzahl: 100 Punkte

Endurance

Der Endurance stellt mit der höchsten erreichbaren Punktzahl die Hauptdisziplin dar. Über eine Renndistanz von 22 Kilometern muss sich die Gesamtkonstruktion unter Dauerbelastung beweisen. Hier sind alle Eigenschaften von der Beschleunigung bis hin zu Handling und Fahrdynamik gefragt. Der Endurance erfordert auch Renngeschick des Fahrers, da bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke sind. Jedes Team hat einen einzigen Versuch, die Fahrer wechseln nach 11 Kilometern.

Maximale Punktzahl: 325 Punkte

Fuel efficiency

Treibstoffeffizienz ist ein wichtiger Faktor bei der Entwicklung zukünftiger Autos. Daher hat die FSG 2009 die Bewertung von 50 auf 100 Punkte erhöht. Mit einer neuen Formel zur Berechnung zählt nicht einfach nur der Verbrauch, sondern vielmehr der Verbrauch in Relation zur Geschwindigkeit. Neu ist dabei außerdem die Rechnung mit Durchschnittswerten pro gefahrener Runde, die auch die Bewertung von Teams ermöglicht, die nicht das Ziel erreichen. Den Fahrerwechsel muss man allerdings schon hinter sich gebracht haben. Teams, die ein Drittel langsamer sind als das schnellste, und Teams, die mehr als 5,72 Liter im Endurance verbrauchen (~ 26l/100km), gehen leer aus.

Maximale Punktzahl: 100 Punkte

Engineering Design Event

Im Design Report halten die studentischen Konstrukteure ihre konstruktiven Lösungen und deren Vorteile fest. Acht Seiten Text und Fahrzeugzeichnungen sollen die Juroren von den Konstruktionen und ihren Vorzügen für die Zielgruppe des nicht-professionellen Wochenendrennfahrers überzeugen. Beim Wettbewerb werden die Konstruktionen von den Juroren am Fahrzeug begutachtet und mit den Studenten diskutiert. Die Bewertung erfolgt anhand des Design Reports, der Antworten in der Diskussion und der Begutachtung des Fahrzeugs.

Maximale Punktzahl: 150 Punkte

Cost and Manufacturing Event

Die Kosten sind für den Bau eines Rennwagens ein relevanter Faktor. Beim Cost Event beschäftigen sich die Studenten daher mit Kalkulation, Fertigungstechniken und -prozessen. Die Disziplin besteht aus einem schriftlichen Bericht (dem Cost Report) und einer Diskussion mit den Juroren am gebauten Prototypen. Der Cost Report enthält eine Auflistung aller Teile ‒ vom Reifen bis zu den Herstellungskosten für Spezialwerkzeuge. Bewertet wird die Aufbereitung des Cost Reports, das Verstehen von Fertigungsverfahren zur Kostenoptimierung, der Preis und eine Real Case-Aufgabe zur Kostenreduktion.

Maximale Punktzahl: 100 Punkte

Business Presentation Event

Die Teams stellen einer fiktiven Herstellerfirma ‒ vertreten durch die Juroren ‒ ihren Geschäftsplan für den gebauten Prototypen vor. Damit wollen sie sie davon überzeugen, dass ihr Fahrzeug am besten die Anforderungen der Zielgruppe des nicht-professionellen Wochenendrennfahrers trifft und entsprechend gewinnbringend produziert und vermarktet werden kann. Die Teams tragen zehn Minuten vor und stellen sich anschließend fünf Minuten den Fragen der Juroren. Bewertet werden Inhalt, Aufbau, Aufbereitung und Darbietung des Vortrags sowie die Antworten des Teams auf Fragen.

Maximale Punktzahl: 75 Punkte

Die Formula Student Germany wird in 3 statischen und 4 dynamischen Disziplinen ausgetragen.

Die studentischen Teams "verkaufen" den Juroren (Fachleute aus der Wirtschaft) ihre konstruktiven Lösungen (150 Punkte), verteidigen ihre kalkulierten Produktionskosten (100 Punkte) und präsentieren ein Geschäftsmodell (75 Punkte).

Auf der Rennstrecke müssen die Prototypen ihre Fähigkeiten bei der Beschleunigung (75 Punkte), beim Acht-Fahren (75 Punkte), im Handling (100 Punkte), im Dauerbelastungstest (325 Punkte) und hinsichtlich Treibstoffeffizienz (100 Punkte) beweisen.